Diese Tipps rund um die klare Sprache helfen dabei, Marketing- und PR-Texte auf den Punkt zu formulieren und Zielgruppen wirklich zu erreichen. Mit Statt-/ Besser-Beispielen.

Tipp 1: Texten Sie nach der Formel 'Ein Gedanke = ein Satz'

Fokussieren Sie Ihre Sprache und sortieren Sie Ihre Gedanken. Schreiben Sie eine Aussage pro Satz. Verzichten Sie mehrheitlich auf Nebensätze - vor allem, wenn sie eine völlig neue Information enthalten. Deshalb gilt:

 

Tipp 2: Verzichten Sie auf „, dass"- Sätze

Arbeiten Sie mit Textscharnieren. So verhindern Sie Schachtel- und Bandwurmsätze.

Statt: Wir arbeiten daran, dass wir unsere Standorte besser miteinander vernetzen.

Besser: Unser Ziel: Wir vernetzen unsere Standorte besser miteinander.

 

Tipp 3: Formulieren Sie aktiv statt passiv

Aktiv schreiben Sie: Ich kaufe ein Haus. Wir essen ayurvedisch.

Passiv klingt das so: Ein Haus wird gekauft. Ayurvedisch wird gegessen. 

 

Fragen Sie sich "Wer tut was?" und benennen Sie es genau so.

 

Tipp 4: Bilden Sie einfache Sätze

Beherzigen Sie: Subjekt + Prädikat + Objekt. 

Etwa so: Klaus arbeitet bei der Mustermann AG. Renate kocht heute Pasta mit Basilikum.

 

Tipp 5: Satzanfänge mit "Durch", "Aufgrund", "Während" oder "Nachdem" sind tabu

Wenn Sie so in einen Satz einsteigen, stellen Sie sich selbst ein Bein. Warum? Sie landen unweigerlich in Bandwurmsätzen oder Passivkonstruktionen. Das geht besser. Sie wissen, wie: Subjekt + Prädikat + Objekt. 

Statt: Durch die große Überschwemmung im letzten Jahr, hat die Gemeinde ein Loch in der Haushaltskasse zu verschmerzen.

Besser. Ein Hochwasser hat im letzten Jahr die Gemeinde überschwemmt. Die Folge ist ein Loch in der Haushaltskasse. Das schmerzt.

 

Tipp 6: Schreiben Sie maximal 9 Wörter pro Satz

Zählen Sie Ihre Wörter. Für Marketing- und Online-Texte gilt: Schreiben Sie maximal neun Wörter pro Satz. Diese Regel hilft Ihnen dabei, diszipliniert zu schreiben und sich an die Regeln der klaren Sprache zu halten.

 

Tipp 7: Schreiben Sie im Präsens

Statt: Mir ist aufgefallen: Rudi kommt zu spät.

Besser: Mir fällt auf: Rudi kommt zu spät.

 

Statt: Ich habe mich schon öfter gefragt: Warum ist das so?

Besser: Ich frage mich: Warum ist das so?

 

Wenn Sie in der Gegenwartsform schreiben, ziehen Sie die Leser*innen in Ihren Text. Das, was Sie beschreiben, gewinnt Kraft.

 

Tipp 8: Verwenden Sie Verben statt Nominalstil

Statt: Ich helfe Ihnen bei der Bewusstmachung Ihrer Stärken.

Besser: Ich helfe Ihnen dabei, sich Ihre Stärken bewusst zu machen.

 

Nominalstil klingt sperrig. Das sind meistens Wörter, die auf -ung, -heit und -keit enden.

  

Tipp 9: Glauben Sie an Ihre Zielgruppe und drücken Sie das wortwörtlich aus

Statt: Wir klären offene Fragen aus der Vergangenheit.

Besser: Ich stärke Sie darin - oder: ich begleite Sie dabei -, offene Fragen aus der Vergangenheit zu klären.

 

Das „Wir" erinnert an ein „Wie geht es uns heute?" im Krankenhaus. Berater*innen, Coachs, Trainer*innen usw. sind deshalb gefragt, weil sie Menschen ermächtigen, selbst handlungsfähig zu sein. Also haben Sie allen Grund dazu, dieses Ergebnis aussagestark zu beschreiben.

Tipp 10: Verzichten Sie auf Hilfsverben

Wenn Deutsche sprechen, benutzen sie ganz automatisch ‚können', ‚sollen', ‚wollen', müssen'. In Marketing- oder PR-Texten verwässern diese Modal- oder Hilfsverben die Botschaft. 

Lassen Sie Modal- oder Hilfsverben weg oder prüfen Sie sehr kritisch, ob Sie ‚können', ‚sollen', ‚wollen' oder ‚müssen' wirklich brauchen. 

Statt: Ich unterstütze Sie dabei, Mitarbeiter so zu führen, damit sie selbst Verantwortung übernehmen können.

Besser: Ich unterstütze Sie dabei, Mitarbeiter so zu führen, damit sie selbst Verantwortung übernehmen.

 

Statt: Dann kannst du mit ganzer Kraft deine Zukunft gestalten.

Besser: Dann gestaltest du mit ganzer Kraft deine Zukunft.

 

Stehen Sie dazu: Ihre Kund*innen oder Mitarbeiter*innen ‚können' nicht nur Wirkung erzielen, wenn sie mit Ihnen zusammenarbeiten. Sie tun es definitiv. Ihr Geschriebenes bringt das glasklar zum Ausdruck.

 

'Müssen' und 'sollen' klingen von oben herab. Seien Sie kreativ und drücken Sie das aus, was Sie wirklich zu sagen haben, etwa mit Textscharnieren oder treffenden Adjektiven. Das sind Eigenschaftswörter.

 

Statt: Freelancer sollen im Web sichtbar sein.

Besser: Mein Tipp: Sei im Web sichtbar! Zeige dich!

 

Statt: Selbstständige müssen darauf achten, gesund zu bleiben.

Besser: Verantwortungsvolle Selbstständige achten darauf, gesund zu bleiben.

 

‚Wollen' beschreibt einen Wunsch für die Zukunft, nicht die Realität. 

Statt: Ich will Menschen in meinen Online-Workshops begeistern.

Besser: Ich begeistere Menschen in meinen Online-Workshops.

 

Statt: Wir wollen wachsen.

Besser: Wir wachsen.

 

Wenn es Ihnen wichtig ist, Ihren Wunsch auszudrücken: Finden Sie eine Alternative.

Etwa so: Ich wünsche mir für unser Start-up, im zweiten Quartal stärker zu wachsen.

Oder: Meine Vision: 999 neue Kund*innen bis zum Jahresende.

 

Schnappen Sie sich Ihre Texte. Werfen Sie Hilfsverben raus und überraschen Sie sich selbst: Wer die Regeln der klaren Sprache konsequent beherzigt, bringt leicht Tempo und Aussagekraft in seine Texte. 

Bleiben Sie dran! Ich wünsche Ihnen einen guten Schreibfluss, 

 

Ihre und Eure

Susanne Kleiner

 

wortwörtlichwirken-Live-Online-Texttraining und Schreibworkshop

Mit System Texte verfassen, die zu dir und deinen Zielgruppen passen

 

 

 

Lesen Sie auch

Die Macht der Worte

Worte wirken

So schreiben Sie Texte, die wirklich ankommen

Mit starken Online-Texten Kunden finden und binden 

Teilen

kontakt

Susanne Kleiner
Otto-Wels-Straße 64a
D-79102 Freiburg im Breisgau
T +4976138397035
M +491714009071

soziale medien

newsletter

Bleiben Sie informiert!

volltextsuche

Welches Thema interessiert Sie besonders?

susanne kleiner

powered by webEdition CMS