Kraftvoll präsentieren und souverän auftreten

Datum: 30.03.2017
Kategorie: Präsentieren

Wer souverän redet, ist erfolgreicher. Erschreckend ist, dass mehr als achtzig Prozent aller Vorträge als eintönig gelten. Das belegen Studien. Es lohnt sich also, Auftritte wirkungsvoll zu gestalten.

Seien Sie präsent und nehmen Sie Ihren Raum ein

Setzen Sie Technik sparsam ein. Medien dienen Ihnen – und nicht umgekehrt. Kleistern Sie Dokumente nicht zu mit Fakten, die ablenken. Genauso einschläfernd sind Textwüsten an der Projektionswand. Regen Sie das Kopfkino Ihrer Zuschauer mit Bildmotiven an. Nicht nur visuelle Anker kommen an; treffsicher sind zudem Botschaften, die knackig formuliert in großen Lettern und ohne Schnickschnack wirken. Erscheinung, Körpersprache und Stimme entfalten Strahlkraft: Sorgen Sie deshalb für einen stabilen Stand und Bewegungsfreiheit. Und richten Sie sich innerlich und äußerlich auf. Atmen Sie und kommen Sie an. Genießen Sie es, den Raum zu fluten und aktivieren Sie sich und die anderen mental. Bevor Sie starten, treten Sie in Beziehung. Nehmen Sie Blickkontakt auf. Sprechen Sie das Publikum direkt an. Sympathiepunkte ernten Sie, wenn Sie eine persönliche Anekdote erzählen, auch Missgeschicke (mit-)teilen und es menscheln lassen. Grundsätzlich gilt: Erzählen Sie Geschichten. Authentisch ist immer die Story, die Sie selbst erlebt haben. Je häufiger Sie eine Bühne nutzen, desto souveräner werden Sie. Schließen Sie Freundschaft mit Ihrem Lampenfieber. Das funktioniert, wenn Sie üben, üben, üben.

 

Freie Rede begeistert. Pausen wirken.

Künsteln Sie nicht und blasen Sie sich nicht auf. Wer abliest, tappt genau in diese Falle. Die Konsequenz: Potenzial verpufft. Referieren Sie so, als unterhielten Sie sich. Wählen Sie eine einfache Sprache und kurze Sätze. Und betonen Sie natürlich. Das erfordert auch, dass Sie Ihre Aussage mit der Stimmführung nach unten pointieren; es sei denn, Sie stellen eine Frage. Sonst verheddern Sie sich in der „Fragezeichen“-Spirale. Der Effekt lähmt Ihren Fluss: Sie jagen sich selbst und kommen nicht zum Punkt. Formulieren Sie aktiv statt passiv und vermeiden Sie Fachbegriffe. Ungeübte werden oft kurzatmig und verfallen in Hektik. Das ist unangenehm und schwächt Ihre Autorität. Auch Stimmführung und Artikulation lassen sich wunderbar trainieren: zuhause, im Auto, beim Spazierengehen. Besinnen Sie sich, kultivieren Sie Ihre innere Ruhe und sprechen Sie im Rhythmus Ihrer Atemphrasen. Ganz wichtig: Pausen sind der Treibstoff für Selbstreflexion. Nutzen Sie dieses Stilmittel. So kann das Gesagte sacken.

 

Vorbereitung ist alles

Struktur, Inhalt und Länge Ihrer Rede sowie deren Darbietung sind kein Zufall. Beliebte Redner bereiten sich intensiv vor und wechseln die Perspektive: Fragen wie „Welche Fragen brennen meinen Zuhörern unter den Nägeln?“ erhöhen die Wahrscheinlichkeit, ins Schwarze zu treffen. Entwickeln Sie eine packende Dramaturgie. Wählen Sie starke Verben, die sprachlich in die Atmosphäre Ihres Themas und Ihrer Zielgruppe passen und vermeiden Sie Floskeln. Es hat sich bewährt, Stichworte zu notieren. Gedächtnistrainer empfehlen überdies Bilder und Symbole, die freies Reden erleichtern und die Fantasie anregen. Planen Sie interaktive Elemente und dialogfördernde Sequenzen ein. Und: Wertschätzende Reaktionen auf Einwände aus dem Publikum sind souveräner abrufbar, wenn sie „griffbereit“ in einer Schublade ihres Bewusstseins lagern. Üben Sie das und räuspern Sie sich nicht, wenn es unangenehm wird. Das belastet die Stimmbänder und vermittelt Unsicherheit. Reisen Sie rechtzeitig an, gehen Sie vorher noch einmal um den Block und sammeln Sie sich. So verschenken nervöse Eilige nicht jene wertvolle Energie, die dem Publikum gebührt. Trinken Sie ausreichend Wasser oder Kräutertees. Milchgetränke oder Kaffee trocknen die Stimmbänder aus.

Wer überrascht, unterhält und berührt erntet Applaus

Menschen goutieren Abwechslung und Inspiration. Starten Sie geistreich. Und gestalten Sie ein korrespondierendes Ende. Das bleibt haften. Beispielsweise eignen sich Schätzfragen sehr gut, um Menschen zu gewinnen. Oder Sie fragen: „Würden Sie jemandem vertrauen, der zum Beispiel Diabolo heißt?“ Überraschen und unterhalten Sie. Und loben Sie Ihr Gegenüber. Davon leben gute Beziehungen. Auch aktuelle Aufhänger aus dem Tagesgeschehen küssen Zuhörer wach. Spannung erzeugen Redner, wenn Sie in der Gegenwart formulieren und dem Vorbild eines Drehbuchautors folgen, der konkrete Situationen chronologisch beschreibt. Vermeiden Sie politische oder religiöse Reizthemen. Und: Missbrauchen Sie Vortragsveranstaltungen nicht für „billige“ Werbung in eigener Sache. Persönlichkeiten biedern sich nicht an. Wer sich für das Geheimnis Ihres Erfolgs und Charismas interessiert, wird Sie kontaktieren. Wichtig ist: Gönnen Sie sich eine Generalprobe. Und: Wenn der Spot auf Sie gerichtet ist: Lächeln Sie.


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