Starke Botschaften gewinnen

Datum: 08.05.2017
Kategorie: Umgang mit Journalisten

Wer professionell mit Presseanfragen umgeht, positioniert sich und seine Produkte wirkungsvoll in den Medien. Tipps und Tricks für Medienstatements, die wirklich ankommen.

Auf den Punkt

Souveräne Interviewpartner formulieren in ein bis drei Sätzen einen echten Informationskern. Das entspricht einer Redezeit von zwanzig bis dreißig Sekunden. Wer gehaltvolle Botschaften kurz und bündig kundtut, verhindert, dass Sequenzen geschnitten werden. Andernfalls erscheinen womöglich Teile der Originalaussage, die nur Randaspekte beleuchten und das Zitat verfälschen.

Gute Sprecher formulieren klar, einfach und verständlich 

Ein Gedanke, ein Satz. Expertenkauderwelsch, Fremdwörter und Fachausdrücke sind tabu. Bildhafte Ausdrücke und Zahlen oder Fakten stützen Erklärungen. Und: Die Stimme führt am Satzende nach unten und mündet in einer Pause. Erfolgreiche Sprecher üben das und stärken damit ihre Autorität.

Improvisieren funktioniert nicht

Die Denkwelt, in der Experten wie Juristen, Mediziner oder Ingenieure zu Hause sind, hat mit einer medientauglichen Sprache ungefähr soviel zu tun wie ein Schneemann mit einer Südseeinsel. Genau deshalb ist es so essenziell, sich präzise vorzubereiten. Auch weil Interviews Nervosität fördern, setzen stringente und stichhaltige Statements eine saubere Vorarbeit voraus.

Im Brustton der Überzeugung

Die Interviewten bewahren Ruhe und behalten das Heft in der Hand. Das wirkt sich überdies auf das „Wie“ aus: Sie sprechen im Brustton der Überzeugung und setzen ihre Körperspräche selbstsicher ein. Außerdem verhindern fertige Botschaften, dass Antworten entweichen, die nicht gewollt sind. Ist das Kind erst einmal in den Brunnen gefallen, wirbelt die Medienwelt das Thema unwiderruflich auf.

In den seltensten Fällen überraschen Presseanfragen

Entweder lancieren Unternehmen oder Organisationen ihre PR-Arbeit aktiv und lenken gezielt Aufmerksamkeit auf sich. Oder sie betreuen Projekte und Kunden, deren medialer Zündstoff absehbar ist; etwa bei „heißen“ Themen. Sollten telefonische Anfragen doch einmal aus dem Nichts hereinflattern, ist es vollkommen in Ordnung zurückzurufen; am besten innerhalb einer Stunde. 

In Schlagzeilen denken

Redakteure haben ihr Storyboard im Kopf. Kluge Pressesprecher gestalten diese Gedankenskizze zu ihren Gunsten mit. Sie denken in Schlagzeilen. Was soll in der Öffentlichkeit ankommen? Wie kann ich mein Anliegen verdichten und geschickt zuspitzen? Für welche Werte stehe ich? Sie begegnen Medienvertretern partnerschaftlich, respektvoll und professionell und plaudern nicht kumpelhaft. Das, was sie zu sagen haben, pointieren beliebte Gesprächspartner nicht von oben herab, sondern bodenständig auf Augenhöhe.

Profis verzichten auf Ausflüchte

Mit Jein-Antworten oder Intros wie „Lassen Sie mich zuerst einmal erläutern ..." outen sich Sprecher entweder als unprofessionell oder unsicher. Ironie, Sarkasmus, fragwürdige Scherze und Sticheleien über Wettbewerber gehen gar nicht. Gegenfragen können eine Strategie sein, um Zeit zu gewinnen. Doch Vorsicht: Konter gehen leicht nach hinten los, wenn sie aus Verzweiflung eingesteuert werden.

Kernbotschaften wirken

Menschen überzeugen dann, wenn sie ihre Position auf den Punkt bringen und sogar die Essenz komplexer Zusammenhänge in einem Satz zusammenfassen. Starke Statements sind kompakt, stimmig und positiv. Das impliziert auch die Kunst, Negatives aus Fragen nicht zu übernehmen und die eigene Überzeugung konstruktiv zu transportieren. Übrigens: Statements müssen nicht unbedingt auf die Fragen der Journalisten eingehen: Kernbotschaften wirken trotzdem.

 


Mit Botschaften punkten